Wasser ist  die unverzichtbare Lebensgrundlage für Mensch und Natur und zwar in vielerlei Hinsicht*

 
 

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  Edelstahl   Einzugsgebiet   Eis   Eisen   Eisen- und manganfällende Bakterien   Elastomere   Elektrische Leitfähigkeit   Elektrolyte  
  Enteisenung   Enthärtung   Entmanganung   Entsäuerung   Entsalzung   Epidemiegesetz   Escherichia colii   Eutrophierung
  Europäische Umweltagentur   EU-Trinkwasser-Richtlinie   EU-Wasserrahmenrichtlinie        
 
 
   

Edelstahl (Rostfrei)

Nichtrostende Stähle, die im technischen Sprachgebrauch „Edelstahl-Rostfrei“ genannt werden, sind hochlegierte Eisenwerkstoffe. Hauptlegierungsbestandteil ist im allgemeinen Chrom (10 % bis 18 %). Die Stähle werden darüber hinaus zur Verbesserung der Werkstoffeigenschaften zusätzlich mit anderen Metallen, wie Nickel, Molybdän und Titan legiert. In der Wasserversorgungstechnik verwendet man die Stähle mit den Legierungskomponenten Chrom, Nickel, Molybdän und Titan. Sie haben große Zähigkeit und lassen sich gut verarbeiten. Wegen ihrer hohen Zugfestigkeit und ihrer Neigung zum Kaltverfestigen „Festfressen“) erfordern sie eine andere Behandlung als unlegierte Stähle. Ihre Passivität in Bezug auf Korrosionsangriffe beschränkt sich auf die Oberfläche. Bei Beschädigung erneuert sich aber die dünne Passivschicht sofort wieder, wenn Sauerstoff zur Verfügung steht. Ein Oberflächenschutz erübrigt sich. Eingesetzt werden Edelstahl-Rostfrei-Rohre in Pumpstationen und Schieberkammern von Behältern (frei verlegt), ebenso Flachstahl als Auskleidung

 

 von Behälterkammern.Sämtliche neu errichte Anlagen des WVSB werden in Edelstahl ausge -führt. Im Züge der Sanierungen werden die Pumpwerke und Hochbehälter ebenso auf Edelstahl umgerüstet.

 
 

Einzugsgebiet

Jenes Niederschlagsgebiet, das ein Grundwasservorkommen speist, wird Einzugsgebiet genannt. Aus der Größe des Einzugsgebietes und der Höhe des Jahresniederschlages kann auf den unterirdischen Wasserhaushalt geschlossen werden. Daraus ist erkennbar, welche Wassermengen für eine Trinkwasserversorgung zur Verfügung stehen. Das oberirdische Einzugsgebiet muss sich mit dem unterirdischen Einzugsgebiet nicht decken. Die Wasserrahmenrichtlinie fordert die Erfassung des komplexen Wirkungsgefüges im Einzugsgebiet eines Gewässers, d.h. die geologischen, klimatologischen Verhältnisse und die historische und aktuelle Landnutzung und damit die Überwachung der Gewässerentwicklung.

 
 

Eis

Eis ist die feste Zustandsform des Wasser-Moleküls (H2O), das sich im Allgemeinen bei Null Grad Celsius bildet. Wasser weist zahlreiche Anomalien auf. Der Aufbau des Wasser-Moleküls ist dafür verantwortlich, dass sich Wasser anders verhält als andere Stoffe. Eis hat viele Gesichter. Derzeit sind 15 kristalline Typen bekannt. Während andere Stoffe beim Übergang in die Kristallform dichter werden und schrumpfen, dehnt sich Wasser beim Gefrieren um elf Prozent aus, weist seine größte Dichte bei vier Grad Celsius auf und ist dann auch am schwersten. Beim Gefrieren setzen sich die Moleküle zu einem stabilen hexagonalen Gitter zusammen mit einem größeren Abstand zueinander als im flüssigen Zustand. Schmilzt Eis, bricht das Gitter und die

   
 

Moleküle lagern sich dichter zusammen. Dadurch, dass Eis leichter ist als Wasser, schwimmt es in Seen, Flüssen und Meeren. Diese kleine Absonderlichkeit hat weitreichende Folgen: Wäre Eis schwerer, würde es sich auf dem Boden von Meeren und Seen bilden, langsam nach oben wachsen und dabei alles organische Leben zerstören. Eis tritt in den verschiedensten vom Hagelkorn über Schneeflocke bis zum Gletscher. Beim Gletscher verwandelt sich der Schnee, der auf einen Berg fällt, unter dem Druck des eigenen Gewichts in Eis. Zurzeit schmilzt das Gletschereis immer schneller ab. Die Eiskappen der Polarregionen sind von großer Bedeutung für das Wasserkreislauf und das globale Klima und haben einen entscheidenden Einfluss auf unsere Biosphäre. Der Ursprung des Lebens könnte im Eis (im gefrorenen Meerwasser) liegen, wo sich vor vier Milliarden Jahren die ersten organischen Moleküle anreicherten glauben Wissenschaftler. Die Wissenschaft über Formen, Auftreten und Eigenschaften von Eis und Schnee wird Glaziologie genannt.  

 
 

Eisen

Mit einem Anteil von 5 % stellt Eisen (Symbol Fe lat. ferrum, Eisen)  das vierthäufigste Element der Erdrinde dar. Eisen ist ein essentielles Spurenelement vor allem für die Blutbildung. Im menschlichen Körper liegt die Eisenkonzentration bei etwa 50 mg/kg Körpergewicht. Es wird vor allem in Leber, Milz und Knochenmark gespeichert. Der Eisenbedarf des Organismus ist sehr klein (0,5 -1,5 Milligramm /Tag), steigt jedoch im Wachstum, in der Schwangerschaft sowie bei bedeutenden Blutverlusten merklich an. Der menschliche Organismus verliert Eisen über die Nieren, den Darm und die Haut. Bei Eisenmangel können Blutarmut, Abwehrschwäche, starke Müdigkeitserscheinungen, Konzentrationsschwäche sowie Ernährungsstörungen auftreten. Eisenmangelerscheinungen treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Zu viel Eisen kann aber auch für den Körper giftig wirken. Akute Vergiftungen mit Eisen sind aber in Österreich selten. Wichtigste Eisenquellen sind Leber, Nüsse, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Trockenfrüchte sowie grünes Blattgemüse. Beim WVSB ist Eisen in jedem Tiefbrunnen vorhanden welches in den Aufbereitungsanlagen entfernt wird.

   
 

Eisen- und manganfällende Bakterien

Sogenannte eisen- und manganfällende Bakterien können im Wasserversorgungsbetrieb stören, weil sie auch Ursache der „Verockerung“ von Brunnen sind, die eisen- und/oder manganhältiges Grundwasser fördern. Diese Verockerung führt zu einer empfindlichen Leistungsverminderung der Gewinnungsanlagen. Eisen- und Manganbakterien können im Rohrnetz auftreten, wenn das Wasser Eisen- und/oder Manganoxidhydrate ablagert. Eisen-und Manganbakterien sind zwar nicht an sich krankmachend, jedoch bilden sie einen Nährboden für andere in das Leitungsnetz kommende Bakterien. Dagegen ist die Mitwirkung dieser Bakterien in Filteranlagen zur Enteisenung und Entmanganung erwünscht. Schädigt man diese Bakterien im Filterbett, führt dies zu erheblichen Störungen der Leistung der Enteisenungs- oder Entmanganungsanlagen.

 
 

Elastomere

Elastomere sind formfeste, aber elastisch verformbare Kunststoffe. Neben dem Naturkautschuk werden auch Elastomere wie Buna, Perbunan, Neopren u.a. als elastische Dichtungsmaterialien eingesetzt. Aufgabe der Dichtungsmaterialien ist es, Bauteile oder Rohre gegeneinander, Armaturen im Abschluss wasserdicht und gasdicht zu halten.

 
 

Elektrische Leitfähigkeit

Reines Wasser ist ein schlechter Leiter für den elektrischen Strom. Erst die im Wasser gelösten Stoffe (Salze bzw. Elektrolyte) bewirken eine gewisse Leitfähigkeit des Wassers, die umso stärker ausgeprägt ist, je höher die Konzentration der gelösten Elektrolyte ist. Die Leitfähigkeit eines Trinkwassers, die zwischen 100 und 1500 µS/cm liegen soll, ist auch von hygienischer Bedeutung. So führt reines Wasser mit geringer Leitfähigkeit oder umgekehrt - sehr salzhaltiges Wasser mit zu hoher Leitfähigkeit - zu Störungen der osmotischen Verhältnisse, wenn es mit lebenden Zellen im Organismus zusammentrifft.

 
 

Elektrodialyse

Die Elektrodialyse ist die einzige Membrantechnik bei der das Wasser nicht durch die Membran durchgedrückt wird, sondern die elektrisch geladenen Wasserinhaltsstoffe die Ionen (z.B. Kalzium, Magnesium oder Nitrat) durch ein elektrisches Feld aus dem Wasser entfernt werden. Die Elektrodialyse eignet sich zur Enthärtung oder auch zur Entfernung von Nitrat aus Trinkwasser. Die Elektrodialyse ist auch ein Entsalzungsverfahren bei dem die Ionen der gelösten Salze unter dem Einfluss eines elektrischen Feldes zu den Elektroden wandern. Die Kathode und Anode sind vom zu entsalzenden Wasser durch Spezialmembranen getrennt, die die Ionen nur in Richtung zu den Elektroden passieren lassen. Der wirtschaftliche Einsatzbereich für die Elektrodialyse in der Entsalzung liegt bei einem Salzgehalt im Rohwasser von 300 bis 4000 mg/l, die Einsatzgrenze ist bei max. 10000 mg/l.

 
 

Elektrolyte

Die wichtigsten Mineralstoffe für den Menschen sind Magnesium, Kalzium, Kalium und Natrium. Sie werden, wenn sie in Wasser gelöst sind, als Elektrolyte bezeichnet. Elektrolyte sind an zahlreichen Funktionen der Körperzellen beteiligt und spielen eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung des Wasserhaushalts und sind an der elektrischen Aktivität der Muskel- und Nervenzellen beteiligt. Elektrolyte werden hauptsächlich über die Nahrung und mit Getränken aufgenommen (Hartes Wasser enthält viel Calcium und Magnesium). Ihr Ausgleich im Körper wird durch die Nieren reguliert. Ausgeschieden werden sie hauptsächlich über die Nieren, auch über das Verdauungssystem und die Haut. Störungen im Elektrolythaushalt können von einer Hyperhydration  (Überwässerung) über Verwirrtheit bis hin zu Herzrhythmusstörungen reichen. Besonders Sportler brauchen Elektrolyte zusätzlich zum reinen Wasser.

 
   

Enteisenung

Eisen kommt in fast allen natürlichen Wässern in gelöster Form vor. Moor- und Huminstoffe binden Eisen und machen dessen Entfernung schwierig. Bei der Enteisenung werden die gelösten zweiwertigen Eisen-Ionen oxidiert und als unlösliche Eisenoxidhydrate abgeschieden. Zur Oxidation wird das Rohwasser mit Luftsauerstoff angereichert und die ausgeschiedenen Stoffe abfiltriert. Neuere Verfahren verlegen den Oxidationsvorgang des Eisens in den Boden rund um den Brunnen, indem man mit Luftsauerstoff gesättigtes Wasser in den Boden um den Brunnen einpresst. Die Filterwirkung des Bodens sorgt dann für die Entfernung der Oxidationsprodukte aus dem Wasser, sodass das dem Brunnen zuströmende Grundwasser.  In den Aufbereitungsanlagen des Wasserverbandes in Oberwart, Pinkafeld und seit Jänner 2010 Güttenbach wird Eisen des Wassers entfernt.

   
 

Enthärtung

Wasser als Lebensmittel betrachtet, bedarf keiner Enthärtung. Für einige Verwendungszwecke kann sich allerdings hartes Wasser teilweise als nachteilig erweisen (höherer Waschmittelverbrauch, Bildung von Kesselstein). Es sollte allerdings bedacht werden, dass nur eine Teilenthärtung für das Warmwasser sinnvoll ist. Gemäß ÖNORM M 6245 ist erst über 18° dH Carbonathärte eine Enthärtung zu empfehlen. Für Trinkwasser, das durch chemisch-technische Maßnahmen enthärtet worden ist, wird eine Mindesthärte von 8,4° dH gefordert. Der Einsatz von Geräten zur Wasserenthärtung im Haushalt darf zu keinen hygienischen Nachteilen führen (Gefahr der Verkeimung der Anlage bei mangelhafter Wartung). Außerdem hat es sich im Wohnhausbereich als günstig erwiesen, nur das Wasser für die Warmwasserbereitung über eine Wasserenthärtungsanlage zu führen. Bei der Trinkwasserbehandlung in der Hausinstallation konkurrieren im

  Kalkstab
 

wesentlichen Verfahren, die auf der Basis des Ionenaustausches der Calciumionen gegen Natriumionen beruhen, mit so genannten physikalischen Verfahren, die eine Steinbildung verhindern bzw. verringern sollen.  

 
     

Entmanganung

Grundsätzlich verhält sich Mangan ebenso wie Eisen, die Abtrennung ist aber schwieriger als beim Eisen, da die Ausfällung langsamer erfolgt. Eine wichtige Voraussetzung für den möglichst effektiven Reaktionsablauf ist ein pH-wert  über 7. Bei gleichzeitiger Enteisenung und Entmanganung wird Eisen zuerst mehr an der Filteroberfläche und dann erst Mangan in tieferen Filterschichten zurückgehalten. Die Oxidation kann auch mit anderen Oxidationsmitteln, wie Chlor, Ozon oder Kaliumpermanganat erfolgen. Von Zeit zu Zeit müssen die ausgefallenen Reaktionsprodukte durch Rückspülen der Filter entfernt werden. Mangan tritt häufig gemeinsam mit Eisen im Wasser auf. Die Mangankonzentration ist in der Regel niedriger als die Eisenkonzentration. In den Aufbereitungsanlagen  in Oberwart, Pinkafeld und Güttenbach wird Mangan des Wassers entfernt.

 
 

Entsäuerung

Die Entsäuerung „saurer“ Wässer, deren saurer Charakter auf einen deutlichen Kohlensäureüberschuss zurückzuführen ist, muss deshalb erfolgen, um technische Schwierigkeiten (hauptsächlich Korrosion) bei der Verteilung solcher Wässer zu vermeiden. Nach der Entsäuerung soll das Kalkkohlensäuregleichgewicht annähernd erreicht werden. Die Entsäuerung kann auf zweierlei Weise geschehen: Physikalische (mechanische) Aufbereitung durch Ausgasen des überschüssigen Kohlenstoffdioxids und Anreicherung mit Luftsauerstoff. Chemische Aufbereitung durch Filtration über kalkhaltige bzw. dolomithaltige Filtermaterialien, die die überschüssige Kohlensäure abbinden. Das Wasser wird gleichzeitig aufgehärtet. In den Wasserwerken Pinkafel und Güttenbach sind Ensäuerungsfilter eingebaut.

 
 

Entsalzung

Entsalzung ist die Entfernung von Salzen aus dem Meerwasser oder dem Brackwasser um Trinkwasser zu produzieren. Rund 97,4% der weltweit verfügbaren Wasservorräte bestehen aus salzhaltigem Meerwasser. Nur weniger als 0,5% der weltweiten Wasservorkommen sind als Trinkwasser geeignet und direkt zugänglich. Wegen des steigenden Bedarfs an Trink- und Brauchwasser nimmt - trotz hoher Kosten - die Bedeutung der Entsalzung von Meer- und Brackwasser ständig zu. Im Nahen und Mittleren Osten spielen Entsalzungsanlagen heute schon eine wesentliche Rolle in der Trinkwasserversorgung. Auch viele andere Staaten, wie etwa Spanien, China oder

  Aqua Engineering  - Entsalzungsanlage in Jebel Dhana / Vereinigte Arabische Emirate - Kapazität: 9.000m3/Tag - Umkehrosmose Aqua Engineering  - Entsalzungsanlage in Jebel Dhana / Vereinigte Arabische Emirate - Kapazität: 9.000m3/Tag - Umkehrosmose
 

die USA, planen die Errichtung solcher Systeme, um den wachsenden Wasserverbrauch zu decken. Große industrielle Anlagen liefern täglich 50 Millionen Kubikmeter Frischwasser – vor allem in den Küstenstädten des nahen Ostens. Verbreitete Verfahren zur Meerwasserentsalzung sind Verdampfung mit anschließender Kondensation (Destillation), Elektrodialyse, Gefrierentsalzung und Umkehrosmose. Die bestehenden Entsalzungsanlagen werden in der Regel mit Abwärme aus Kraftwerken bzw. mit konventionell erzeugtem Strom betrieben. Das Resultat der Meerwasserentsalzung ist Trinkwasser, welches den Anforderungen von Regelwerken, wie z. B. der Weltgesundheitsorganisation WHO, entspricht. Da Entsalzungsanlagen immer in Küstennähe errichtet werden, komme es zu einer Beeinträchtigung der Umwelt - vor allem in den ohnehin empfindlich gestörten Küstenregionen. Der große Energieaufwand - die Energiekosten sind  allerdings geringer bei der Umkehrosmose - ist auch einer der Hauptgründe, die gegen die Entsalzung spricht.

   
 

Epidemiegesetz

Nach dem Epidemiegesetz haben die Gesundheitsbehörden Vorkehrungen zur Verhütung und Bekämpfung anzeigepflichtiger Krankheiten – hiezu zählen auch Krankheiten, welche durch unhygienische Trinkwasserverhältnisse übertragen werden können, wie z.B. Cholera und Typhus – einzuleiten. Die Gesundheitsbehörden haben im Anlassfall Beschränkungen anzuordnen, wie z. B. die Beschränkung der Wasserbenutzung. Damit das Epidemiegesetz zur Anwendung kommt, muss eine anzeigepflichtige Krankheit aufgetreten sein oder es sich um einen solchen Verdachtsfall handeln. Im Gegensatz zum Lebensmittelsicherheits- und Verbraucherschutzgesetz, welches auf den vorbeugenden Gesundheitsschutz abzielt, bekämpft das Epidemiegesetz das Auftreten von Epidemien nachdem bereits eine anzeigepflichtige Krankheit aufgetreten ist bzw. der Verdacht einer anzeigepflichtigen Krankheit besteht.

 
 

Escherichia coli

Der „Indikatorkeim“ Escherichia coli" benannt 1919 nach seinem Entdecker Theodor Escherichist (in der Trinkwasserverordnung als „Parameterwert“ geführt) ist an sich meist nicht pathogen (krankheitserregend). Er gehört zu den Enterobakterien  (Darmkeime) und kommt millionenfach im Darm von Warmblütern - also auch des Menschen - vor. Ist E. coli im Wasser nachweisbar, bedeutet dies, dass das betreffende Wasser mit Fäkalien von Menschen oder Tieren in Kontakt war. Es ist dann zu befürchten, dass auch pathogene Keime (Krankheitserreger), die ebenso im Darm auftreten können (Typhus, Paratyphus, Cholera, Ruhr, Hepatitis u.a.) in das Wasser gelangt sind. Daher ist Wasser, in dem E. coli oder auch Enterobakterien (Darmkeime) nachweisbar sind, als Trinkwasser ungeeignet.

 
 

Europäische Umweltagentur

Die Europäische Umweltagentur (EUA) - engl. European Environment Agency (EEA) - ist eine Einrichtung der Europäischen Union, deren Aufgabe es ist, den politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit, unabhängige und sachdienliche Informationen über die Umwelt bereitzustellen. Das Themenspektrum umfasst den Zustand der Umwelt und sich abzeichnende Tendenzen, Belastungen der Umwelt sowie die ursächlichen wirtschaftlichen und sozialen Faktoren. Die Verordnung zur Errichtung der EUA wurde im Jahre 1990 von der Europäischen Union verabschiedet. Unmittelbar nach dem Beschluss, die Agentur in Kopenhagen (Dänemark) anzusiedeln, nahm sie 1994 ihre Tätigkeit auf. Die Mitgliedschaft bei der Agentur steht auch Ländern offen, die nicht der EU angehören. Sie hat zurzeit 32 Mitgliedstaaten: die 27 EU-Mitgliedstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, und die Türkei. Hauptkunden der Agentur sind die Europäische Kommission, das Europäische Parlament, der Rat und die Mitgliedsländer sowie weitere Einrichtungen der EU. Außer den Einrichtungen der EU sind auch auf den Unternehmenssektor, auf Lehre und Forschung, Nichtregierungsorganisationen und andere Bereiche der Zivilgesellschaft Nutzer der EUA. Die vollständigen Texte aller Berichte, Zusammenfassungen und Briefings stehen zum kostenlosen Herunterladen auf der Website der EUA (www.eea.europa.eu) zur Verfügung. Daten und sonstige Informationen, auf die sich die Berichte stützen, können auch abgerufen werden. Die Britin Jacqueline McGlade ist seit 2003 geschäftsführende Direktorin der Europäischen Umweltagentur; dazu ist sie von ihrem Posten als Professorin am University College London beurlaubt.

 
 

EU-Trinkwasser-Richtlinie

Die EU-Trinkwasser-Richtlinie ist in nationales Recht umzusetzen. In der Richtlinie sind zahlreiche Parameter bezüglich der Qualität des Trinkwassers angeführt, den Mitgliedstaaten ist es überlassen, zusätzliche Parameter hinzuzufügen. Das Ziel dieser Richtlinie ist es, das Wasser für den menschlichen Gebrauch durch Gewährleistung seiner Genusstauglichkeit und Reinheit zu schützen. Eine wesentliche, für Österreich neue Forderung der Richtlinie war die Einhaltung der Qualitätserfordernisse bis zur Entnahmestelle. Bisher erstreckte sich die Verantwortlichkeit der WVU für die Einhaltung der Wasserqualität bis zur Übergabestelle an den Verbraucher, die Stelle war in der Regel der Wasserzähler. Nunmehr gilt die Qualitätsanforderung bis zur Zapfstelle auf Grundstücken, Gebäuden oder Einrichtungen, die normalerweise der Entnahme von Wasser für den menschlichen Gebrauch dienen. Da hier die Hausinstallationen einen wesentlichen Einfluss auf die Qualität des Wassers nehmen können, sind in der Richtlinie verschiedene Ausnahmemöglichkeiten vorgesehen. Zur Ergänzung der o.a. Richtlinie wurde im Juni 1998 nach dreijähriger Diskussion und Meinungsbildung eine geeignete Wasserrahmenrichtlinie verabschiedet. Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist die Schaffung eines Ordnungsrahmens zur Erreichung eines guten Zustandes in den europäischen Gewässern. Unter dem Begriff „guter Zustand“ werden die Qualität der Struktur und Funktionsfähigkeit bei guten chemischen Eigenschaften definiert.

 
 

EU-Wasserrahmenrichtlinie

Die europäische Wasserpolitik wurde durch die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) grundlegend reformiert. Die Richtlinie trat im Jahr 2000 in Kraft und hat das Erreichen eines "guten Zustands" im Jahr 2015 für alle europäischen Gewässer zum Ziel. 2003 wurden die österreichischen Gesetze den EU-Wasserrahmenrichtlinien angepasst. Die Ziele der WRRL beziehen sich auf den Schutz des Grundwassers der Binnenoberflächen-, der Übergangs-, und der Küstengewässer. Für das Grundwasser muss der Gleichgewicht zwischen Grundwasserentnahme und Neubildung und der chemische Zustand beurteilt werden. Für die Oberflächengewässer gilt es, eine fünfstufige Klassifizierung der ökologischen sowie die Beurteilung der chemischen Gewässerqualität nach EU-weit gültigen Umweltstandards durchzuführen. Eine Neuerung der WRRL ist die Bewirtschaftung nach Einzugsgebieten, also die Bewirtschaftung nach natürlichen geografischen und hydrologischen Einheiten unter Einbeziehung der Öffentlichkeit. Die WRRL schreibt auch vor, für alle Wasserdienstleistungen kostendeckende Wasserpreise zu erheben, in denen auch Umwelt- und Ressourcenkosten enthalten sind. Wichtige Ziele der Richtlinie sind zusätzlich zum Schutz der Gewässer, die Vermeidung einer Verschlechterung der Gütesituation sowie der Schutz und die Verbesserung des Zustands der direkt von den Gewässern abhängenden Landökosysteme und Feuchtgebiete im Hinblick auf deren Wasserhaushalt. Zum ersten Mal steht auch der integrierte Gewässerschutz im Mittelpunkt der wasserwirtschaftlichen Planungen und Entscheidungen.

 
   

Eutrophierung

Eutrophierung (griech. Eutroph "gut ernährt“) entsteht durch die Nährstoffanreicherung (insbesondere Phosphor- und Stickstoffverbindungen) in einem - meist langsam fließenden oder stehenden - Gewässer und durch das damit verbundene übermäßige Wachstum von Wasserpflanzen. Der Vorgang ist darauf zurückzuführen, dass Stickstoff und Phosphor wichtige Nährelemente zur Förderung des Pflanzenwachstums sind. Dieser Prozess kann durch menschliche Eingriffe stark beschleunigt werden. Als Hauptverursacher gelten anthropogene Quellen, Abwässer (u. a. Rückstände von Wasch- und Reinigungsmitteln) und die Landwirtschaft  (Düngemittel wie Nitrate/Phosphate). Es kommt anfangs zu einem raschen Aufblühendes Sees in Verbindung mit einer Trübung des Wassers. Der erhöhte pflanzliche und bakterielle Sauerstoffbedarf führt dann zu Sauerstoffmangel und es kommt zu einem Sterben der Algen. Bei den danach von Bakterien verursachten

 

Zersetzungsprozessen können sich giftige Stoffe wie Schwefelwasserstoff, Ammoniak oder Methan bilden und Fischsterben verursachen. Das Gewässer beginnt "umzukippen".